Die Straße Aubäcker als Relikt einer geplanten Ökosiedlung

Quelle: Stadtarchiv Langenburg

Der Verein "Gesellschaft Boden & Gesundheit" hatte in Langenburg Großes vor: den Bau einer Ökosiedlung. Der damalige Bürgermeister Fritz Gronbach unterstützte dieses Vorhaben und ließ nach der Ansiedlung des Vereins in Langenburg sogleich Bebauungspläne entwerfen, Im Gewann Großer Garten am östlichen Ortsrand sollte ein Sanatorium, eine Gärtnerei mit Versuchsgelände, ein Restaurant und weiteren Gebäuden entstehen. Die Pläne wurden nicht umgesetzt. Verwirklicht wurde lediglich die Bebauung entlang der Straße Aubäcker mit der eigenartigen und etwas deplatziert erscheinenden Sammelgarage an der Friedenstraße, der jedoch eine fortschrittlich Überlegung zugrundeliegt. Autos sollten nämlich aus der Siedlung ferngehalten werden, um die Luft nicht zu verschmutzen. 

 

Die Grundstücke in der Straße Aubäcker wurden zunächst an Mitglieder der Gesellschaft Boden und Gesundheit und nahestehende Personen verkauft. Bebaut wurden zunächst (um 1966) nur drei Grundstücke auf der der Stadt zugewandten Seite des schmalen Sträßchens Aubäcker (mit den Straßennummern 2, 4 und 8) Auf den jeweils 900 bis 1000 Quadratmeter großen Grundstücken sollte nach den Richtlinien der Gesellschaft Boden und Gesundheit biologisch gewirtschaftet werden. Die drei Pionierfamilien (Kotzur, Holz und ???)  im Aubäcker richteten sich aus eigenem Antrieb nach diesen Vorgaben. 

 

Die einstöckigen Häuser wurden nach den Plänen von Architekt Harms ins leicht abfallende Gelände eingepasst, Wasseradern möglichst nicht tangierend. Wie die Fotos zeigen, waren es schlichte Häuser. Die Bauherren und Bauherrinnen verwendeten beim Innenausbau möglichst ökologisch unbedenkliche Materialien wie beispielsweise Linoleum als Fußbodenbelag. Die Häuser 2 und 4 sind nicht mehr im Originalzustand, sondern wurden durch Anbauten erweitert. Die Fotos oben zeigen hauptsächlich das Haus 4, seit 1980 im Besitz der Familie Junginger.

 

Wie das Sträßchen zu seinem Namen kam

Der Name der Straße "Aubäcker" sorgt zuweilen für Verwirrung. Wer den Beruf "Bäcker" dahinter vermutet, irrt. Die Namensgeber nahmen schlicht den Flurnamen "Auäcker" und fügten das "b" ein, damit man den Namen besser aussprechen kann. Es handelte sich um feuchte Äcker, in der oberhalb verlaufenden Friedenstraße befinden sich Quellen im Untergrund; feuchte Zonen ziehen sich als Wasseradern durch den Untergrund.

 

 

Quelle: Stadtarchiv Langenburg

 

 

 

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