Ettenhausen mit Drei Häuser

Wintervergnügen in den 1950er-Jahren. Rechts unten sind die Bäckerei Kraft mit Kreuzgarten und das evangelische Pfarrhaus abgebildet. Mit im Bild: Evangelische Kirche und Drei Häuser oberhalb des Pfarrhauses und unterhalb der Kulisse von Bartenstein. Foto: Archiv Brauns

Von Brunhilde Bross-Burkhardt (Stand 04.12.2025)

 

Ettenhausen ist mir sehr vertraut. Ich denke dabei nicht nur an den Ort im Ettetal selbst, sondern an die gesamte Gemarkungsfläche mit Äckern, Wiesen, Wäldern und den Weilern Wittmersklingen, Hirschbronn, Mäusberg, Ganertshausen und den Wohnplätzen Drei Häuser und Walkersmühle. Der Aktionsradius meiner Familie umfasste diese Orte, wo Bekannte, Schulkameraden, Schüler meines Vaters und Kunden lebten.

Zwischen Bartenstein und Ettenhausen ging es immer hin und her. Wir Kinder sprangen rasch über Schulstaffel, Drei Häuser und Schmied-Steige hinunter zum Konfirmandenunterricht oder zum Eis holen zum Beck. Meine leider viel zu früh verstorbene Klassenkameradin Sigrid Kraft war die Tochter vom Bäcker Kraft, genannt "Beck". Den kannte in weitem Umkreis jeder, weil er Brot und Brötchen, darunter seine legendären "Kipf", ausfuhr und sein Ankommen mit einer Schelle signalisierte. Eine andere Klassenkameradin, Birgit Dinkel, war Gastwirtstochter vom stattlichen Gasthof zum Hirschen, dessen schönes Wirtshausschild leider nicht mehr hängt; auf dem historischen Foto (Archiv Wollmann) in der Bildergalerie ist es gut zu erkennen. Das Wirtshaus ist längst geschlossen. Ute Zeller und Manfred Dinkel waren auf Bauernhöfen in Mäusberg und Hirschbronn daheim. Im Winter rutschten wir mit dem Schlitten die steilen Steigen hinunter ins.

 

Große Gemarkungsfläche fasst den Bergsporn ein

Als Grundschülerin führte mich der Weg täglich zur Volksschule Bartenstein-Ettenhausen, ebenfalls auf Gemarkung Ettenhausen, am Südhang unterhalb der Schloßstraßenbebauung im Katzenbachtal. Die Alte Steige grenzt die beiden Gemarkungsflächen voneinander ab. So ist viel Gelände um das Schlossareal, das Ortsfremde Bartenstein zuordnen, eigentlich Ettenhausener Gebiet.

Die Gemarkungsgrenzen sind mir immer gewärtig. Über hundert Jahre lang (von 1811 bis 1938) verlief knapp unterhalb der Hangkante sogar die Oberamtsgrenze (das entsprach einer Kreisgrenze) zwischen den Oberämtern Gerabronn und Künzelsau. Heute verläuft hier nur noch die Grenze zwischen zwei Teilorten der Stadt Schrozberg.

Szenerien in Ettenhausen und in den Drei Häusern. Fotos: B. Bross-Burkhardt 

Das Gebiet von Ettenhausen zieht sich am Hang bis hinauf nach Bartenstein. Auf der Postkarte ist das Schild des Gasthauses "Zum Hirschen" zu erkennen. Abbildung: Archiv Wollmann