Ettenhausen

Von Brunhilde Bross-Burkhardt (Stand 04.12.2025)

 

Ettenhausen ist mir sehr vertraut. Ich denke dabei nicht nur an den Ort im Ettetal selbst, sondern an die gesamte Gemarkungsfläche mit Äckern, Wiesen, Wäldern und den Weilern Wittmersklingen, Hirschbronn, Mäusberg, Ganertshausen und den Wohnplätzen Drei Häuser und Walkersmühle. Der Aktionsradius meiner Familie umfasste diese Orte wegen verwandtschaftlicher, schulischer und geschäftlicher Beziehungen. Viele meiner Klassenkameraden wohnten auf dem Gemeindegebiet von Ettenhausen.

Zwischen Bartenstein und Ettenhausen ging es immer hin und her. Wir Kinder sprangen rasch über Schulstaffel, Drei Häuser und Schmied-Steige hinunter zum Konfirmandenunterricht oder zum Eis holen zum Beck. Meine leider viel zu früh verstorbene Klassenkameradin Sigrid Kraft war die Tochter vom Bäcker Kraft, genannt "Beck". Den kannte in weitem Umkreis jeder, weil er Brot und Brötchen, darunter seine legendären "Kipf", ausfuhr und sein Ankommen mit einer Schelle signalisierte. Eine andere Klassenkameradin, Birgit Dinkel, war Gastwirtstochter vom stattlichen Gasthof zum Hirschen, dessen schönes Wirtshausschild leider nicht mehr hängt; auf dem historischen Foto (Archiv Wollmann) oben ist es gut zu erkennen. Ute Zeller und Manfred Dinkel waren auf Bauernhöfen in Mäusberg und Hirschbronn daheim. Im Winter rutschten wir mit dem Schlitten die steilen Steigen hinunter.

Als Grundschülerin führte mich der Weg täglich zur Volksschule Bartenstein-Ettenhausen, ebenfalls auf Gemarkung Ettenhausen, am Südhang unterhalb der Schloßstraßenbebauung im Katzenbachtal. Die Alte Steige ist die Grenze zwischen den beiden Gemarkungsflächen. So ist viel Gelände um das Schlossareal, das Ortsunkundige Bartenstein zuordnen, eigentlich Ettenhausener Gebiet. Die Gemarkungsgrenzen sind mir immer gewärtig. Über hundert Jahre lang (von 1811 bis 1938) verlief knapp unterhalb der Hangkante sogar die Oberamtsgrenze (das entspricht einer Kreisgrenze) zwischen den Oberämtern Gerabronn und Künzelsau.

Wintervergnügen in den 1950er-Jahren. In der rechten Bildhälfte sind die Bäckerei Kraft mit Kreuzgarten und das evangelische Pfarrhaus abgebildet. Foto: Archiv Brauns